Resilienz und Landentwicklung – Pfadwechsel: Vitalität und Anpassungsfähigkeit in ländlich geprägten Kommunen Bayerns

Deutschlands Regionen müssen resilienter werden! Das offenbaren nicht nur die immer häufiger auftretenden Hochwasserkatastrophen, sondern auch die eher schleichenden Veränderungsprozesse, wie die zunehmende Erderhitzung. Daher braucht es in der ländlichen Entwicklung vorausschauende Konzepte und Ansätze, mit Hilfe derer die Widerstandskraft und Robustheit gegenüber Krisen ausgebaut und der sozial-ökologische Wandel vorangetrieben werden kann. Eine resiliente Region besitzt die Fähigkeit, Krisen so zu meistern, dass die für das Wohlergehen ihrer Bevölkerung wesentlichen Funktionen, Strukturen und Beziehungen intakt bleiben. Aufbauend auf den Erfahrungen im Modellprojekt „Resilienz und Landentwicklung“ aus dem Jahr 2019 und der Erarbeitung eines Prototypens in der Arbeitsgemeinschaft AOVE im Jahr 2020 erfährt das Konzept der Resilienz in ländlichen Regionen nun eine Verbreiterung und weitere empirische Fundierung sowie Erprobung in Bayern.

Projektziele

  1. Die Integration von Themen der Resilienz in das Förderprogramm LEADER, so dass in der nächsten Förderperiode alle LEADER-Regionen in Bayern ihre Lokale Entwicklungsstrategie auf die Stärkung ihrer Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit ausrichten können. Modellregion ist der Landkreis Kronach. Als weitere LEADER-Region wurde noch die Region Bamberg im Jahr 2021 betreut – es fand eine Evaluierung der letzten Förderperiode statt, eine Bestandsaufnahme sowie eine Verwundbarkeitseinschätzung wurde durchgeführt und ein Bilanz- Und Perspektiven-Workshop konnte Online durchgeführt werden.
  2. Alle Instrumente der Landentwicklung in den Regionen Schweinfurt, Tirschenreuth und Wunsiedel auf Resilienz auszurichten und insbesondere das synergetische Zusammenspiel der unterschiedlichen Instrumente zu verbessern.
  3. Die Weiterentwicklung von Konzepten, Beteiligungsformaten und Umsetzungsverfahren der Integrierten Ländlichen Entwicklung in den ILE-Resilienz-Modellen Waginger See-Rupertiwinkel, Mittleres Ries und Pfahl unter dem Dach der Resilienz.

Projektdokumentation

Kurzfassung der Studie (*.pdf*-Datei)

Handbuch Resilienz und Landentwicklung (*.pdf*-Datei)

Pilotprogramm Demografiefeste Kommune: Quartiersrat Würzburg-Sanderau

Die Stadt Würzburg ist mit ihrem Stadtteil Sanderau Teil des bayerischen Pilotprogramms „Demografiefeste Kommune“. Mit diesem Programm wird Würzburg durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat gefördert, um den demografischen und gesellschaftlichen Wandel in urbanen Gebieten zu begegnen. Auf der Grundlage einer Demografieanalyse wurde ein Beteiligungsverfahren initiiert: ein Quartiersrat wurde gegründet. Der Quartiersrat folgt der Methodik des Bürgerrats. In sechs Sitzungen tagten zufällig ausgeloste Bürger:innen und planten Treffpunkte im Innen- und Außenbereich. Die ausgearbeiteten Empfehlungen wurden im Juni 2024 dem Oberbürgermeister und der Sozialreferentin übergeben. In der anschließenden Strategiephase sollen möglichst viele Ideen der Bürger*innen zur Umsetzungsreife gebracht werden.

Als Bietergemeinschaft begleiten die KlimaKom und das Büro regionalENTWICKLUNG appel-kummer diesen Beteiligungsprozess seit Sommer 2023. Das umfasst neben der Moderation einer Steuerungsgruppe, die als Bindeglied in die Verwaltung und in den Stadtrat dient und über die Ausgestaltung der einzelnen Arbeitsschritte berät, auch die Moderation des Quartiersrats.

Klimakonzept und Integriertes Stadtentwicklungskonzept Gersthofen

Klimakonzept Gersthofen. Foto: ThINk GmbH

Gemeinsam mit den Büros OPLA (Bürogemeinschaft für Ortsplanung und Stadtentwicklung) und ThINK (Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz GmbH) erstellt die KlimaKom ein Klimakonzept für die Stadt Gersthofen im Rahmen eines Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts. Die KlimaKom ist hierbei für die Evaluation und Weiterentwicklung der Handlungsfelder sowie die Aufstellung des Maßnahmenkatalogs verantwortlich. ThINK führt eine Stadtklimanalyse durch und erstellt dabei eine Klimafunktionskarte. Das Projekt wird 2025 abgeschlossen.

Klimaschutzstrategie Parsberg

Die Stadt Parsberg hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Einzelmaßnahmen im Bereich des Klimaschutzes durchgeführt, möchte nun allerdings das Thema Energie und Klimaschutz strategisch angehen. KlimaKom hat deswegen mit der Stadt eine Klimaschutzstrategie bis 2030 erarbeitet. Basierend auf einer Treibhausgas-Bilanz und der Klärung der Rahmenbedingungen, wurden Themenfelder und Maßnahmen definiert. Die Einbindung der relevanten Akteure bereits in die Maßnahmenentwicklung in Form von Workshops erhöht die Wirksamkeit der Strategie maßgeblich.

Modellvorhaben Klimagerechter Städtebau – Klimaanpassungskonzept Stadt Deggendorf

Die Stadt Deggendorf wurde als eine von acht Modellkommunen in Bayern vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) für die Teilnahme am Modellprojekt „Klimagerechter Städtebau“ ausgewählt. In diesem Kooperationsprojekt mit OPLA und ThINK haben wir auf Basis umfassender klimatologischer und städtebaulicher Untersuchungen spezifische, auf Deggendorf ausgerichtete, querschnittsübergreifende Maßnahmenvorschläge für städtebauliche Anpassungen an den Klimawandel erarbeitet. In der demografischen Betroffenheitsanalyse wurden die Erkenntnisse aus städtebaulichen und klimatologischen Erhebungen zusammengefasst. Die Hitzebelastungen tags und nachts haben Auswirkungen auf vulnerable Bevölkerungsgruppen, wie ältere Menschen und Kleinkinder. Neben einer Maßnahmenübersicht für die gesamte Stadt mit Ortsteilen (Maßnahmenplan) wurden Planungshinweise für Quartiere mit ähnlicher Baustruktur entwickelt. Anhand von Steckbriefen für diese Quartiere kann die Stadt Deggendorf Maßnahmenschwerpunkte und Handlungsempfehlungen ableiten. Für ausgewählte Bereiche wurden zudem konkrete Gestaltungsvorschläge gemacht, die fotorealistisch oder als Gestaltungskonzept (Plan) in das Konzept integriert wurden. Die Bürger/-innen wurden in den Prozess durch eine Auftaktveranstaltung, eine Online-Beteiligung und eine Informations-veranstaltung eingebunden. Im Rahmen eines
Workshops erhielten die Stadträt/-innen die Möglichkeit, sich einzubringen.

Mehr Infos hier: https://www.deggendorf.de/klimaanpassungskonzept

Regionales Entwicklungskonzept Brenzregion

LEADER steht für die „Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“ und ist ein Förderinstrument der Europäischen Union zur Stärkung und Weiterentwicklung der ländlichen Räume. Die Europäische Union unterstützt mit dem LEADER-Ansatz seit 1991 modellhafte Projekte im ländlichen Raum. Das LEADER-Förderprogramm zeichnet sich insbesondere durch seinen „Bottom-Up-Ansatz“ aus, d.h. die Menschen vor Ort entscheiden innerhalb einer LEADER-Aktionsgruppe (LAG) über die Entwicklungsstrategie für ihre Region und über die zu fördernden Projekte. Eine solche LAG besteht deshalb ausschließlich aus lokalen Akteuren. Zu diesen Akteuren gehören engagierte Bürger, Interessensvertreter der örtlichen Wirtschaft und Verwaltung sowie der regionalen Politik. Ziel von LEADER ist es, die ländlichen Räume zukunftsfähig zu machen, daher stehen nachhaltige Projekte und Prozesse im Mittelpunkt der Förderung. Darüber hinaus sollen die Innovations- und Wirtschaftskraft in den Regionen, die interkommunale Zusammenarbeit und der Tourismus gestärkt werden. Eine nachhaltige strukturelle Weiterentwicklung der LEADER-Regionen soll erreicht werden, indem Antworten auf drängende Herausforderungen unserer Zeit entwickelt und erprobt werden. Hierzu zählen insbesondere auch der demografische Wandel, der Klimawandel und der Ressourcenschutz. Für die LAG Brenzregion begann KlimaKom im Herbst 2021 das Regionale Entwicklungskonzept zu erarbeiten – mit einer Bestandsaufnahme. Das Projekt wurde im Jahr 2022 fertiggetellt.

Zukunftslabore für Kommunen

Graphic Recording des Zukunftslabors Sparneck und Bischofsgrün. Erstellt durch Lena Wenz.

Im Anschluss an die Erstellung des Klimahandbuchs wurde das Format der „Zukunftslabore für Kommunen“ erarbeitetet. Das ein- bis zweitägige Praxisseminar trägt die Inhalte des Klima-Handbuchs in die Kommune und möchte dabei unterstützen Transformationsprozesse vor Ort mit den lokalen Akteuren anzustoßen und voranzutreiben. Angesprochen wird ein möglichst breiter Personenkreis aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, um gemeinsame Ziele sowie auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmte Maßnahmen zu erarbeiten und so einen Grundstein für eine zukünftige Zusammenarbeit zu legen.

Klima-Handbuch für Kommunen

Das Klima-Handbuch für Kommunen gibt einerseits einen Überblick über die aktuellen Herausforderungen unserer Zeit – Umwelt-, Klima- und zunehmend auch soziale Krise – und beschreibt Handlungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene in den Themenfeldern Energie, Mobilität, Bauen und Wohnen, Wirtschaft und Konsum sowie Ernährung und Landwirtschaft. Anhand von zahlreichen Praxisbeispielen wird deutlich, dass an vielen Stellen bereits erfolgreich klima-, ressourcenschonende und solidarische Praktiken gelebt werden und die Kommune eine entscheidende Rolle beim Erfolg solcher Projekte spielen kann. Diese Pioniere des Wandels machen Mut sich ebenfalls auf den Weg zu machen.

Das Grundlagenwerk wurde 2020 im Auftrag des Bayernforums der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) geschaffen. In Kooperation mit den jeweiligen Länderbüros der FES wurden weitere Klima-Handbücher für die Bundesländer Hessen und NRW entwickelt. Weitere Bücher für Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz / Saarland sowie Brandenburg, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern sind in der Umsetzung sowie eine Neuauflage des Handbuchs für Bayern.

Augsburger Klimaschutzstrategie

Die Stadt Augsburg hat sich zum politischen Ziel gesetzt, ihre CO2-Emissionen bis 2030 zu halbieren und schließlich Klimaneutralität zu erreichen. Hierfür sind umfangreiche Veränderungsprozesse in unterschiedlichen Handlungsbereichen erforderlich. Für das Anstoßen und strategische Begleiten dieser Prozesse bedarf es sowohl eines ambitionierten als auch eines konkreten und strukturierten Fahrplans, der die notwendigen Entwicklungspfade und Maßnahmen aufzeigt. Es braucht klar definierte Umsetzungsschritte und die dazu notwendigen politischen Weichenstellungen. Für die Stadt Augsburg haben wir die zentralen Handlungsfelder definiert und Reduktionspfade aufgezeigt. Die strategischen Ansätze und daraus resultierenden Maßnahmen wurden auf die operationelle Ebene heruntergebrochen. Neben der Beleuchtung des aktuellen Status des städtischen Klimaschutzcontrollings war eine begleitende Akteursbeteiligung Teil der Studie. Ergebnis war eine Anleitung für einen Transformationsprozess, der in Bündnissen zwischen Stadtpolitik, Stadtverwaltung, kommunalen Beteiligungen sowie der Stadtgesellschaft und der Wirtschaft in den nächsten Jahren zu verwirklichen ist.