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  • Ernsgaden

    Die Gemeinde Ernsgaden bearbeitet Energie als Teil der Ortsentwicklung. Als eine von 100 ausgewählten Kommunen in Bayern wird sie vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt.

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    internationales Forschungsprojekt zu regionaler Transformation, nachhaltiger Entwicklung und Selbstorganisation

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Die AOVE zu Gast im Oberallgäu: Am 13.11.2018 fand in Wiggensbach ein Treffen der beiden Regionen statt, die im Rahmen des vom Landwirtschaftsministerium und den Ämtern für Ländliche Entwicklung geförderten Projekts „Resilienz im Ländlichen Raum" für die Praxisphase ausgewählt worden waren. Bürgermeister, Vertreterinnen des Regionalmanagements und viele weitere Akteure aus der Region tauschten sich hier über ihre Erfahrungen bei der Gestaltung einer resilienten Regionalentwicklung aus.

Hintergrund des Begriffs der regionalen Resilienz und des Projekts ist die Robustheit von Regionen gegenüber globalen Trends wie dem Klimawandel, der Ressourcenknappheit oder auch dem demographischen Wandel. Mit diesem Ziel wurden die beiden Regionen zwei Jahre lang von Seiten der Universität Bayreuth und der Kommunalberatungsgenossenschaft KlimaKom eG begleitet. Am Ende dieser Praxisphase sollen die unterschiedlichen Ergebnisse in den beiden Untersuchungsregionen nun zusammengeführt werden und zwar auch aus der Perspektive der regionalen Akteure.

Für die Arbeitsgemeinschaft Obere Vils Ehenbach (AOVE) reisten insgesamt 8 Bürgermeister und die Leiterin sowie eine Mitarbeiterin der Geschäftsstelle an, um sich mit den Projektakteuren des Oberallgäus über ihre Erfahrungen bei der Umsetzung der Resilienzidee auszutauschen. Das Oberallgäu wurde vertreten durch die Geschäftsführerin der Regionalentwicklung Oberallgäu Dr. Sabine Weizenegger, die Geschäftsführerin der Alpenmodellregion Weitnau / Missen-Wilhams Mauela Müller-Gaßner, die Geschäftsführerin der Euregio Via Alpina Kerstin Duchardt, den Geschäftsführer der MONA GmbH Herbert Beck sowie den Amtsleiter Christian Kreye und Baudirektor Max Lang vom Amt für Ländliche Entwicklung.

Im Rahmen des munteren Austauschs wurde schnell deutlich, dass es sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten gab. Was beiden Regionen gemein ist, ist, dass beide bereits wichtige Strukturen der Resilienz aufweisen, die es zu erhalten und weiterhin zu stärken gilt. Seien es die vielen Akteure und Netzwerke in der Sozialarbeit, die Aktivitäten im Bereich der Energiewende oder die (noch) eher kleinstrukturierte Landwirtschaft.

Eine Besonderheit im Oberallgäu sehen die Akteure in den zahlreichen Menschen mit Ideen und Pioniergeist. Diese sog. „Mächler" könnten ein wichtiger Motor für eine nachhaltige Entwicklung in der Region sein, wenn man sie nur ausreichend unterstützte. Möglicherweise könnten die Regionalentwicklung Oberallgäu und die Alpenmodellregion Weitnau-Missen-Wilhams hier auf unterschiedlichen Ebenen wichtige Unterstützungsfunktionen einnehmen.

In der AOVE sind es vor allem die Kommunen, die im Rahmen des Resilienzprojekts aktiv geworden sind. Dabei bauen die Kommunen in der AOVE auf eine mittlerweile 20-jährige Zusammenarbeit auf. Durch diesen langen Zeitraum ist das Vertrauen in die Vorteile der interkommunalen Kooperation immer weitergewachsen, dass man sich mittlerweile auch an schwierige Themen gemeinsam herantraut. Als besonders praktikabel wurde auch die Größe der AOVE mit ihren neun Mitgliedsgemeinden hervorgehoben: Groß genug, um auch höhere Investitionsvolumina zu stemmen und klein genug, um den interkommunalen Abstimmungsaufwand dabei überschaubar zu halten.

Bei der Beleuchtung der Hürden und Hemmnisse bei der Umsetzung wurde in beiden Regionen deutlich, dass es einige resilienzrelevante Themen gibt, die nur schwer Eingang in die kommunalpolitische Agenda finden. Dies betrifft insbesondere das Thema Flächenverbrauch. Die Tatsache, dass die Landschaft das wirtschaftliche Kapital der Region ist, steht in krassem Gegensatz zu den Entwicklungen einer immensen Flächeninanspruchnahme für Gewerbe, Siedlung und Verkehr. Nach wie vor fällt wertvoller Grund und Boden im Außenbereich neuen Flächen für Gewerbe und Einzelhandel zum Opfer, mit oft katastrophalen Folgen für die Ortskerne. Wenn sich der dortige Einzelhandel aufgrund der großen Konkurrenz am Ortsrand oder im Nachbarort nicht mehr halten kann, ist die Nahversorgung der Bevölkerung gefährdet und die Orte verlieren immer mehr an Leben. Für Beatrix Drago, Sachgebietsleiterin der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung, steht daher fest: „Kommunen müssen sich schon aus Eigeninteresse mit der Innenentwicklung auseinandersetzen.

Im Oberallgäu scheint dieses Thema auf kommunalpolitischer Ebene jedoch weitgehend ausgeblendet zu werden. Aber auch in der AOVE bedeutet das Thema „dicke Bretter bohren". Immerhin ist der erste Schritt gemacht: die Bürgermeister der Region haben ihren politischen Willen bekundet, sich aktiv für einen vernünftigen Umgang mit der Fläche einzusetzen und den Grundsatz „Innen vor Außen" als politische Richtschnur zu nutzen.

Ein wesentliches Fazit lässt sich schon ziehen: „Resilienz kann nicht von heute auf morgen erzeugt werden, aber wir können heute die Weichen stellen!" meint Prof. Dr. Manfred Miosga von der Universität Bayreuth. Die Förderung für die aktuelle Phase des Resilienzprojekts läuft Anfang 2019 aus. Daher wird aktuell an einem Fahrplan für eine Verstetigung der Resilienzansätze gearbeitet.

Für weitere Informationen nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf:


Dr. Nina Hehn, KlimaKom eG
Dr. Sabine Hafner, KlimaKom eG
Dr. Sabine Weizenegger, Regionalentwicklung Oberallgäu e.V.