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  • Ernsgaden

    Die Gemeinde Ernsgaden bearbeitet Energie als Teil der Ortsentwicklung. Als eine von 100 ausgewählten Kommunen in Bayern wird sie vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt.

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  • Self City

    internationales Forschungsprojekt zu regionaler Transformation, nachhaltiger Entwicklung und Selbstorganisation

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Mit dem Vitalitätscheck 2.0 wurde die bauliche, soziale und funktionale Situation in der Gemeinde Konradsreuth analysiert. Handlungsfelder und Anknüpfungspunkte für eine nachhaltige und demographiegerechte Gemeindeentwicklung können so systematisch abgeleitet werden.

Der Vitalitätscheck für Konradsreuth zeigt einen Trend, der sich in vielen anderen ländlichen Gemeinden in Bayern beobachten lässt: Trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen steigt die in Anspruch genommene Siedlungs- und Verkehrsfläche durch die Ausweisung neuer Baugebiete immer weiter an. Dies wäre jedoch gar nicht notwendig, da der Vitalitätscheck ergeben hat, dass besonders in den Ortskernen zahlreiche Leerstände vorhanden sind. Ein besonderes Problemfeld sind dabei leer stehende oder in Zukunft leer ziehende Hofstellen, die durch die vielfach anzutreffende Aufgabe der Landwirtschaft besonders in kleineren Weilern zu einem Leerstand von nahezu 50% führen kann. Nach dem Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ ist es viel wichtiger, diese Leerstände zu revitalisieren oder durch Um- und Neunutzungen wieder zu beleben. Eine Betrachtung der Leerstandsrisiken (Wohnhäuser, in denen der jüngste Bewohner 70 Jahre oder älter ist) zeigte deutlich, dass ganze Straßenzüge möglicherweise in nicht allzuferner Zukunft verwaisen, wenn nicht rechtzeitig Strategien ergriffen werden, wie eine Nachnutzung durch Modernisierung und Sanierung oder Verbesserung des Wohnumfeldes gesichert werden kann.  Es wurde sogar empfohlen in Teilbereichen eine Rückbaustrategie zu erwägen. Eine weitere wichtige Erkenntnis des Vitalitätschecks ist, dass die Hauptorte Konradsreuth und Ahornberg mit der Leerstandsproblematik zu kämpfen haben wohingegen in den kleineren Ortsteile das Problem bei der fehlenden Grundversorgung vor Ort und fehlenden Nahverkehrsangeboten liegt. Hier ist es wichtig, Strategien zu entwickeln, wie die Versorgung auch in Zukunft gewährleitet werden kann. Insgesamt bietet der Vitalitätscheck neben Strategien auch konkrete Maßnahmenvorschläge, wie mit diesen Ergebnissen umgegangen werden kann und wie Konradsreuth auch mit dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung seine „Vitalität“ erhalten und ausbauen kann.

In einem Pilotprojekt wurde der Vitalitätscheck erstmals mit Belangen der Abwasserentsorgung verknüpft und brachte gewinnbringende Ergebnisse. Die Wasserwirtschaftsinfrastruktur einer Gemeinde ist schließlich Grundlage jeder Siedlungsentwicklung. Jedes neue Baugebiet muss mit hohen Kosten durch Kanäle erschlossen werden. Eine datenbankbasierte Analyse der Bevölkerungs- und Siedlungsstruktur bietet gute Grundlagen für eine gute Infrastrukturplanung und eine genauere Berechnung der Schmutzfracht, einer wichtigen Größe für die Siedlungsentwässerung. Eine bessere Planungsgrundlage spart der Gemeinde Zeit und vor allem Kosten. Das Instrument des Vitalitätschecks 2.0 stellt schon jetzt eine gute Grundlage dar. Ergänzt man es mit detaillierten Betrachtungen, wie einem Abgleich mit dem Kanalnetz, bringt es für die ländlichen Gemeinden und Abwasserverbände einen wertvollen Mehrwert.